Salzburg entwickelt sich zunehmend zur Heimat kreativer Content-Creator:innen. Lifestyle und Mode sind die dominierenden Themen, mit denen lokale Influencer:innen die digitale Landschaft der Region prägen. Nicht nur ihre Follower:innen lieben sie − auch Unternehmen und Werbetreibende haben das Potenzial erkannt und nutzen Influencer:innen und deren Reichweiten gezielt für ihre Markenbotschaften.
Das sind die Top-Influencer:innen aus Salzburg
Seit vielen Jahren bekannt und höchst erfolgreich ist die Salzburgerin Karin Teigl, die viele unter dem Namen Constantly K kennen werden. Die Unternehmerin, die mittlerweile in Wien lebt, hat sich auf Mode und Lifestyle konzentriert und begeistert damit ihre Followerschaft auf diversen Social-Media-Kanälen. Mit CYK Collective hat sie außerdem eine 360°-Agentur gegründet, die Kund:innen im Bereich Talent Management, Kampagnen-Management und Content Creation unterstützt.
Eines der bekanntesten Gesichter ist wahrscheinlich Stefanie Millinger (@stefaniemillinger), die ihre über 530.000 Follower:innen auf Instagram mit Akrobatik und spektakulären Stunts begeistert. Die Extremsportlerin hält mehrere Weltrekorde und ihre beeindruckenden Performances machen sie zu einer gefragten Persönlichkeit für Markenkooperationen.
Die Salzburger Fitness-Influencerin Vanessa Mariposa (@vanessa_mariposa) hat sich nach ihrer Teilnahme an Germany’s Next Topmodel mit über 800.000 Follower:innen eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut. Auf Instagram teilt sie Fitness-Tipps und gibt Einblicke in ihren Alltag. Bekannte Firmen wie Adidas und Coca Cola nutzen die Reichweite der „Fitfluencerin“ zur Platzierung ihrer Werbebotschaften.
Ein weiteres bekanntes Gesicht im Fashion- und Lifestyle-Bereich ist Viktoria Hutter (@viktoriahutter); Kooperationen mit Mode- und Lifestyle-Marken machen sie zu einer wichtigen Stimme in der österreichischen Influencer-Szene. Carina Pranz teilt mit ihren 343.000 Fans Einblicke in ihr Leben als Mama und Mode-Liebhaberin und führt ihren eigenen Onlineshop, und auch Nina Radman lässt uns in ihr sportliches Fashion-Leben hineinblicken.
Auch abseits von Mode und Lifestyle haben sich einige Influencer:innen aus Salzburg einen Namen gemacht: Der Radstädter Sascha Huber begeistert seit mehreren Jahren auf seinem YouTube-Kanal seine 1,76 Mio. (!) Abonnent:innen mit seinen Fitnessvideos und gibt auch regelmäßig Ernährungstipps. Der Fotograf Sebastian Scheichl (@zeppaio) ist durch seine beeindruckenden Landschaftsaufnahmen bekannt geworden; 185.000 Accounts folgen ihm bereits.
Ursula Hansel alias Kuchengeheimnis zieht ihre Anhänger:innen (+300k) mit ihren süßen Kreationen erfolgreich in den Bann und Kräuterexpertin Karina Nouman teilt ihr Fachwissen unter dem Namen Fräulein Grün mit einer treuen Followerschaft (130k).
Clemens Jager, Obmann der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation, freut sich über die wachsende Rolle, die das Bundesland im Bereich Influencer Marketing spielt. „Es ist erstaunlich zu sehen, wie erfolgreich Salzburger Influencer:innen in den letzten Jahren geworden sind. Für die Werbebranche eröffnen sich auch hier neue Möglichkeiten. Wichtig ist, transparent zu kommunizieren, wenn es sich um Werbung handelt und den Richtlinien des Werberats zu folgen.“
Influencer:innen als Multiplikator:innen nutzen
Einige Salzburger Agenturen haben sich bereits auf Influencer Marketing spezialisiert. So bieten etwa Adwerba oder Viermalvier die Zusammenarbeit mit Influencern an, um sie gezielt als Multiplikator:innen für ihre Kundschaft zu nutzen. Wichtig ist dabei nicht immer die Reichweite: Auch sogenannte Mikro-Influencer (unter 100k Follower:innen) können in der richtigen Zielgruppe Produkte häufig besser platzieren und (Werbe-)Botschaften kommunizieren, da sie zwar ein eher kleines Klientel servicieren, dieses aber meist sehr interessiert an dem Thema ist.
Davon ist Karim-Patrick Bannour, Geschäftsführer der Agentur Viermalvier, überzeugt: „Der Aufbau und die Pflege von ‚Influencer Relations‘, also längerfristigen Beziehungen zwischen Influencer:innen und Unternehmen oder Marken, ist ein fixer Bestandteil des Marketing-Mix vieler Unternehmen geworden. Micro ist das neue Mega − lieber kleinere Influencer:innen mit einer engeren Bindung zu einem sehr treuen Publikum. Wichtig ist, dass das Produkt und der oder die Influencer:in ‚matchen‘ und der Influencer-Content-Style und die Marke zusammenpassen. Diese Glaubwürdigkeit benötigt Influencer Relations, damit es auch wirklich funktioniert und in messbaren Ergebnissen resultiert.“
Influencer Marketing-Trend „Deinfluencing“
Ein neuerdings zu erkennender Trend ist das sogenannte „Deinfluencing“: Bekannte Persönlichkeiten nutzen ihre Reichweite, um ihrer Fangemeinde bewusst Dinge nicht zu empfehlen. Gerade in puncto Nachhaltigkeit zeigen einige Influencer:innen auf, was sie nicht (mehr) kaufen würden und wieso sie auf Konsum verzichten (Stichwort: Fast Fashion). Sie setzen lieber auf Qualität statt Quantität und stellen langfristige Kooperations-Partnerschaften in den Vordergrund. Das schafft Glaubwürdigkeit und Authentizität und ihre Followerinnen und Follower danken es ihnen. Denn viele Konsument:innen haben das Vertrauen in Influencer:innen verloren, die ihnen das Gefühl vermitteln, Produkte nur aus Profitgier anzupreisen. Ein Hinterfragen von Trendprodukten sowie bewusster, kritischer Konsum, Transparenz und Ehrlichkeit stehen aktuell hoch im Kurs.
Das sagt der Werberat
Auch der Österreichische Werberat hat sich intensiv mit dem Thema Influencer Marketing und Ethik beschäftigt. Um insbesondere Kinder und Jugendliche zu schützen, hat der Verein ethisch-moralische Regeln für Influencer Marketing aufgestellt. Denn sowohl Influencer:innen als auch werbetreibende Unternehmen tragen gemeinsam Verantwortung für seriöse und gesetzeskonforme Kommunikation in sozialen Medien. Werbung muss klar als solche gekennzeichnet sein und darf weder diskriminierend noch gesundheitsgefährdend sein.