Am 29. September lud die Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation Mitglieder zu einem spannenden Vortrag ein: Alfred Haslinger und Lothar Riedl zeigten, wie KI heute schon in der Werbewelt eingesetzt wird, wie professionelle KI-Prompts und smarte Workflows neue kreative Spielräume eröffnen und worauf Werber:innen besonders achten sollten.
Fachgruppenobmann Clemens Jager begrüßte die vielen Besucher:innen im vollen Plenarsaal der WKS und wies zu Beginn gleich darauf hin, dass KI den Kreativitätsprozess zwar verändern, Kreativität jedoch nie ersetzen könnte. Außerdem startete Jager einen Aufruf an die Fachgruppenmitglieder, ihre Projekte zum Salzburger Landespreis für Marketing, Kommunikation & Design 2026 einzureichen. „Nutzt die Chance, eure Leistungen zu präsentieren und vor den Vorhang zu holen!“, riet der Obmann.
KI: Chancen und Risiken im Agenturalltag
Alfred Haslinger, Inhaber der Agentur Designworx sowie Lehrgangsleiter der Akademie für Mediendesign (AMD), beleuchtete in seinem Vortrag vor allem die Risiken im Umgang mit KI.
Dass viele KI-Tools beispielsweise nicht automatisch ein kommerzielles Nutzungsrecht der erschaffenen Werke gestatten und dies meist nur in teuren Pro-Versionen zur Verfügung steht. Auch beim Urheberrecht ist Vorsicht geboten: Denn maschinengenerierte Inhalte sind urheberrechtsfrei, da das Urheberrecht ausschließlich für Menschen gilt. Werke Dritte, wie etwa professionelle Fotos, dürfen ohne Erlaubnis der Eigentümer:innen nicht einfach in KI-Programme hochgeladen werden. Ähnliches gilt für Markenrechte: Logos, Icons oder andere geschützte Merkmale dürfen nicht einfach verwendet werden.
Neben weiteren rechtlichen Aspekten gab Haslinger auch noch einen kleinen Einblick in den AI Act der EU, der eine Kennzeichnungspflicht KI-generierter Inhalte ab August 2026 sowie verpflichtenden Schulungen für Mitarbeiter:innen vorsieht, die mit KI arbeiten (bereits seit 1.2.2025 in Kraft). Natürlich ging Haslinger auch auf Chancen ein, die die KI für Kreative bietet: von der Recherche über Brainstorming, Konzeptentwicklung und Ideenfindung bis hin zur Kreation und Validierung.
Den kurzweiligen Impulsvortrag beendete Haslinger mit einem KI-generierten Zitat: „KI ist ein Verstärker, kein Ersatz für Kreativität.“ – dem konnte das Publikum nur beipflichten.
Videos der Zukunft
Lothar Riedl, Fernsehproduzent und Regisseur, Sachverständiger für Fernsehen, Film, Kino und Video, übernahm das Mikrofon und veranschaulichte den interessierten Teilnehmer:innen, welche Tools und Workflows schon jetzt geeignet sind, um Werbespots in professioneller Bild- und Tonqualität zu generieren.
Bereits sagenhafte 71 % aller Bilder und Videos im Internet sind KI-generiert – mit dieser Aussage ließ der Videoprofi zu Beginn seines Vortrags aufhorchen. Dass traditionelle TV-Produktionen kaum mehr ohne KI auskämen und virtuelle Influencer:innen längt enorme Reichweite erzielen, veranschaulichte Riedl anhand mehrerer Praxisbeispiele.
Er gab wertvolle Tipps, welche Workflows es braucht, um beispielsweise einen Charakter für mehrere Frames zu verwenden und dadurch visuelle Konsistenz zu erhalten. Riedl selbst arbeitet häufig mit Elementen und lässt die KI Kameraschwenks einbauen, damit Filme weniger an Slideshows erinnern. Am Ende seines Vortrags lud er die Teilnehmer:innen ein, selbst mit der KI zu experimentieren und das ältere Ich um Ratschläge zu bitten.
Lothar Riedls Buch „Videos mit künstlicher Intelligenz gestalten“ erscheint Anfang Oktober im Springer-Vieweg-Verlag.
Zum Abschluss nutzen die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, sich bei Fingerfood und Getränken auszutauschen und das Thema KI mit Branchenkolleg:innen weiter zu diskutieren.














