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SEO für Einsteiger_innen: Wie werde ich auf Google & Co. gefunden?

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Suchmaschinenoptimierung ist für Unternehmer_innen längst ein „Must Have“. Doch worauf müsst ihr achten, um auf Google gefunden zu werden? Was sind die ersten Schritte – und wann macht eine SEO-Agentur wirklich Sinn? Wir haben zwei Expert_innen zu dem Thema befragt.

Wie starte ich mit SEO? Was hat sich durch KI verändert? Und worauf kommt es für EPU wirklich an? Anna Kainberger, Gründerin und CEO der Content- und Übersetzungsagentur TWCA, und Daniel Eder, Geschäftsführer und Head of SEO der get on top GmbH, haben uns zu diesen Themen Rede und Antwort gestanden


Welche drei SEO-Maßnahmen würdet ihr Gründer_innen empfehlen?


Daniel: Viele Gründer_innen in der Kreativbranche bieten anfangs sehr viele Leistungen gleichzeitig an – entsprechend breit wirkt oft auch die Website. Für gute Auffindbarkeit ist jedoch ein klarer Fokus entscheidend.  Überleg dir deshalb vorab, wie du zu Suchanfragen kommst: Wie könnte jemand nach deiner Dienstleistung suchen? Je klarer und spezifischer dein Angebot kommuniziert wird, desto besser sind in der Regel die Chancen auf relevante Sichtbarkeit. Konkret heißt das: Klar definieren, welche Leistungen im Fokus stehen, Inhalte so aufbereiten, dass sie konkrete Fragen der Zielgruppe beantworten, eine saubere Website-Struktur schaffen und frühzeitig ein vollständiges Google-Unternehmensprofil aufbauen. Erste authentische Bewertungen helfen zusätzlich dabei, Vertrauen und Sichtbarkeit aufzubauen.

Anna: Mein Thema war und ist Content – der nach wie vor die beste Basis für eine gute Auffindbarkeit in Suchmaschinen, aber auch für KI-Systeme bietet. Das sind meine wichtigsten Tipps: SEO bitte nicht erst denken, wenn die Website schon fix und fertig online ist, sondern bereits im Erstellungsprozess als wichtige Grundlage berücksichtigen. SEO ist kein Add-on, kein „Nachher-Thema“, sondern eine Grundlage zur Themenfindung, zur Strukturfindung und zur Zielgruppenausrichtung. Im Nachhinein optimieren ist schwieriger, als es von Anfang an mitzudenken. Deshalb: Wichtigste Suchbegriffe und Fragestellungen rund um deine Dienstleistung recherchieren (oder recherchieren lassen): Was wird in Bezug auf mein Angebot überhaupt gesucht? Mit welchem Problem kommt jemand zu mir, damit ich zur Lösung werde? Dann Themensäulen für die Website festlegen: Sie sind das Fundament deiner Website und aller weiteren SEO-Maßnahmen. Zum Schluss: Schauen, wer die Mitbewerber_innen sind und wo sie in puncto Google stehen.

Gleich drei Fragen auf einmal: Welche Rolle spielt Content für SEO, wie oft sollte man neue Inhalte veröffentlichen, und was bringt mehr: eine technisch perfekte Website oder regelmäßig guter Content?

Anna: Content spielt für SEO nach wie vor eine sehr große Rolle. Aber: Wenn die Technik nicht sauber ist, hilft dir der beste Content nichts. Also bitte immer beides auf dem Schirm haben. Der Content auf deiner Website ist aber nach wie vor die wichtigste Basis, um sowohl in Suchmaschinen als auch in KI-Systemen gefunden zu werden.

Dafür gelten weiterhin klassische SEO-Grundsätze: Erstelle regelmäßig Keyword-Recherchen, denn Begriffe verändern sich im Laufe der Zeit – neue kommen dazu, andere verlieren an Relevanz. Baue deine Keywords sinnvoll und natürlich in sprechende URLs, Meta Title, Texte und Zwischenüberschriften ein. Arbeite mit internen Verlinkungen: Sie helfen Google, deine Seite besser zu verstehen und einzuordnen. Achte auf gut strukturierte Inhalte, die auch mobil gut lesbar sind.

Sowohl Suchmaschinen als auch KI-Systeme funktionieren als Pull-Systeme. Dahinter steckt immer ein konkretes Bedürfnis: jemand sucht, vergleicht, will etwas verstehen oder ein Problem lösen. Genau dort setzt du an.

Daniel: SEO sollte man nicht rein technisch betrachten, sondern, wie Anna schon gesagt hat: Da sitzt ein Mensch vor dem Computer oder am Smartphone, der eine Antwort auf seine Frage bekommen möchte. Und genau das ist für uns das Wichtigste: Welchen Inhalt muss ich dieser Person zur Verfügung stellen? Wenn jemand auf der Suche nach einer Hochzeitsfrisur ist, will er oder sie wahrscheinlich Bilder sehen. Jemand, der gerade Haus baut, sucht nach DIY-Videos. Für historische Recherchen sind Texte wichtig, und so weiter.

Es geht also darum, den richtigen Content für die richtige Zielgruppe bereitzustellen. Beschreib so gut wie möglich, was du machst. So, als würdest du es deinem besten Freund erklären. Was machst du, für wen machst du es und was unterscheidet dich von anderen Anbietern?

Stichwort KI: Was bedeutet „in KI auffindbar sein“ und wie unterscheidet sich das von klassischem Google-Ranking? Welche Inhalte haben die größte Chance, in KI-generierten Antworten aufzutauchen?

Daniel: Was sich deutlich ändert: Man bekommt heute eine direkte Antwort, basierend auf vielen Quellen. Die Suche verändert sich aktuell stark: Nutzer_innen erhalten immer häufiger direkte Antworten, die aus unterschiedlichen Quellen zusammengestellt werden. Das heißt konkret: Wer bestimmte Qualitäts- oder Spezialisierungsansprüche kommuniziert, sollte diese auch durch externe Signale und glaubwürdige Quellen untermauern.

Für Selbstständige bedeutet das, die eigene Präsenz breiter aufzubauen: Ich muss mir überlegen: Wo stehe ich überall im Internet? Die eigene Website bleibt die zentrale Basis, sollte aber durch weitere vertrauenswürdige Plattformen und Erwähnungen ergänzt werden. Ich brauche ein vollständig gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Dazu einen Eintrag im Firmenverzeichnis der Wirtschaftskammer. Gerade etablierte Plattformen und Branchenverzeichnisse können zusätzliche Vertrauenssignale liefern, weil sie von Suchmaschinen und KI-Systemen als relevante Quellen wahrgenommen werden. Das heißt, sie wird auch von KI-Systemen, von Google sehr häufig hergenommen und zitiert. Wenn ich dort meine Leistungen beschreibe, habe ich schon eine zweite Quelle zusätzlich zu meiner Webseite. Dann kümmere ich mich noch um Kundenbewertungen auf Google oder Trustpilot. Außerdem trage ich mich noch bei Herold, im Firmen-ABC, usw. ein, um noch mehr Quellen zu bekommen. Vielleicht suche ich mir noch eine lokale Zeitung, die etwas über mich berichten will. Dadurch entsteht Schritt für Schritt eine konsistente digitale Präsenz, die sowohl Suchmaschinen als auch KI-Systemen zusätzliche Orientierung bietet.

Je konsistenter und glaubwürdiger Unternehmen online präsent sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, in Suchmaschinen und KI-generierten Antworten sichtbar zu werden.  Es geht um Wahrscheinlichkeiten – und die kann ich nicht mit einem einzigen Text steuern. Auch FAQ auf der Website haben ein großes Potenzial: Beantworte Fragen von Kund_innen direkt auf der Website. Somit habe ich automatisch relevanten und KI-freundlichen Content geschaffen.

Anna: Die klassische Suche verschiebt sich zunehmend hin zu direkten Antworten durch KI. Sichtbarkeit entsteht damit nicht mehr nur über Klicks, sondern auch darüber, ob deine Inhalte in diesen Antworten vorkommen. Inhalte müssen klar, verständlich und gut strukturiert sein. Gleichzeitig gewinnt fachliche Qualität zunehmend an Bedeutung, mehr als reine Keyword-Optimierung. Auch Vertrauen und eine klare Positionierung spielen eine größere Rolle.

Um die eigenen Inhalte ohne großes Budget „KI-freundlicher“ zu gestalten, sollten Unternehmer_innen vor allem echte Fragen ihrer Zielgruppe beantworten und dabei ihre eigene Erfahrung und Perspektive einbringen. Generische Inhalte ohne Mehrwert – etwa reine KI-Texte ohne individuelle Beispiele oder konkrete Tipps – werden langfristig kaum Wirkung zeigen. Gute Inhalte brauchen kein großes Budget, sondern Klarheit, Relevanz und ein gutes Verständnis für die Zielgruppe.

Wie lange dauert es, bis meine SEO-Maßnahmen erste Ergebnisse liefern?

Daniel: Wenn ich ein Thema habe, das sehr wenig umkämpft ist, und ich neben meiner Website noch mein Google Business Profil eintrage, dann kann ich insbesondere lokal relativ schnell sichtbar werden.

Ansonsten, wenn ich wirklich alles sauber gemacht habe, sollte ich mit drei, vier Monaten rechnen, bis sich alles eingespielt hat. Aber man kann natürlich keine Pauschalaussagen machen. Geduld muss man auf jeden Fall mitbringen. Wer schneller Sichtbarkeit aufbauen möchte, kann SEO sinnvoll mit bezahlter Werbung kombinieren. Das ist oft wirklich ein Hebel und außerdem kann ich Begrifflichkeiten ausprobieren. Gerade in der Anfangsphase kann Werbung außerdem helfen, Suchverhalten und Nachfrage besser zu verstehen.

Anna: Eine sauber aufgebaute, technisch einwandfreie Website, die von Anfang an auf die richtigen Suchbegriffe optimiert ist, kann relativ schnell indexiert werden – das heißt: grundsätzlich auffindbar sein. Ob sie auch weit vorne rankt, hängt aber von vielen Faktoren ab: Wettbewerb, Autorität der Website, Content-Qualität und Nutzerverhalten. Eine Garantie für Top-Platzierungen gibt es nicht. SEO ist kein einmaliger Schritt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, es muss stetig daran gearbeitet werden, sonst bringt es nichts. Und ja: Ein Teil davon bleibt leider eine Blackbox, egal ob klassische SEO oder GEO.

Gibt es (kostenlose) Tools, die ihr Einsteiger_innen empfehlen würdet, um ihre SEO selbst zu verbessern?

Anna: Die wichtigsten Tools kommen direkt von Google: Die Google Search Console zeigt dir, über welche Suchbegriffe du gefunden wirst, wie deine Seiten performen und ob es technische Probleme gibt. Ein Google Business Profile ist vor allem für lokale Unternehmen ein großer Hebel für mehr Sichtbarkeit.

Für Keyword-Recherche und Content-Ideen helfen Google Suggest (Autocomplete), Google Trends, AnswerThePublic oder Ubersuggest. Für technische Checks kannst du PageSpeed Insights oder Tools wie Seobility nutzen. Mein Tipp: Starte mit wenigen Tools und nutze sie konsequent.

Daniel: In meinen Augen braucht es am Anfang gar keine großen Tools. Nutzt am besten die Google Suche, sobald du weißt, wofür du gefunden werden möchtest. Dort findet ihr verwandte Suchanfragen, häufige Fragen von Nutzer_innen, erste Hinweise auf Wettbewerb. Für den Einstieg reichen oft schon kostenlose Tools wie die Google Suche, die Google Search Console oder Google Trends, um erste Potenziale zu erkennen. Für technische Analysen, strategische Priorisierung und nachhaltige Rankings braucht es allerdings meist eine tiefergehende SEO-Betrachtung.

Wann macht es Sinn, eine SEO-Agentur zu beauftragen?

Anna: Wenn das Budget vorhanden ist und man das Thema bewusst an Expert_innen abgeben möchte. SEO ist komplex und entwickelt sich laufend weiter. Erfahrung und Know-how machen hier einen großen Unterschied.

Daniel: Ich bin da ganz Annas Meinung. Wenn ich es mir leisten kann: immer. Oft reichen bereits wenige Stunden strategischer Beratung, um klare Prioritäten und konkrete Maßnahmen für die nächsten Monate zu definieren.  Es muss nicht die große Analyse sein, es muss nicht der große Contentplan sein. Oft reicht es aus, dass man ToDos für das nächste halbe Jahr hat, nachdem die wichtigsten Potenziale gemeinsam analysiert wurden.

Zitate für Social Media:

Anna:

„Gute Inhalte brauchen kein großes Budget, sondern Klarheit, Relevanz und ein gutes Verständnis für die Zielgruppe.“

„Wenn du nicht weißt, wie deine Kunden suchen, bist du nicht auffindbar.“

Daniel:

„Je besser ich das Bedürfnis der Userin oder des Users bediene, desto höher werde ich gerankt.“

Die Interviewten im Kurzportrait:

Anna Kainberger ist Gründerin und CEO der Content- und Übersetzungsagentur TWCA (The Web Content Agency). Seit 2008 entwickelt sie mit ihrem Team strategische Inhalte für Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen – von KMU bis zu internationalen Playern.

Der Fokus von TWCA liegt auf SEO-Texten, SEO-konformen Übersetzungen, Keyword-Recherchen und ganzheitlicher Content-Creation, die nicht nur für Suchmaschinen, sondern vor allem für Menschen funktioniert. Mit der Weiterentwicklung von Suchtechnologien rückt zunehmend auch GEO (Generative Engine Optimization) in den Mittelpunkt – also die Optimierung von Inhalten für KI-basierte Systeme und neue Formen der Informationssuche.

TWCA verbindet datenbasierte Analyse mit sprachlicher Präzision und sorgt dafür, dass Inhalte sichtbar, verständlich und wirksam sind – über Märkte und Sprachen hinweg.

https://www.twca.at/

https://www.linkedin.com/in/anna-kainberger-twca

Bild: ©Anna Kainberger

Daniel Eder ist Geschäftsführer der get on top gmbh, der Agentur für Suchmaschinenmarketing und digitale Performance mit rund 35 Expert_innen. Das Leistungsspektrum umfasst SEO, SEA, GEO, Webanalyse und Social Media Advertising.

Mit der Brandnation GmbH begleitet er gemeinsam mit Partnern den Aufbau und die Skalierung von E-Commerce-Unternehmen und bringt dabei operative Erfahrung aus eigenen digitalen Projekten ein.

Sein Ansatz: „Ergebnisse statt Hype. Praxisnahe Strategien für nachhaltige digitale Sichtbarkeit.“

https://www.linkedin.com/in/eder-daniel/
https://www.onlinemarketing.at

Bild: ©get on top gmbh