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Low Budget-Marketing für EPU: So wirst du mit wenig Geld sichtbar

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Wenig Budget, viel Druck und oft zu wenig Zeit − diese Herausforderung kennen viele kleine Unternehmen nur allzu gut. Beim diesjährigen EPU-Tag der Wirtschaftskammer Salzburg zeigte Lisa Sophie Thoma, wie Sichtbarkeit auch ohne große Werbebudgets gelingen kann. Wir haben die Marketing- und Social-Media-Expertin zum Interview gebeten.

Liebe Lisa, eine deiner zentralen Botschaften beim EPU-Tag war es, nicht auf allen Kanälen gleichzeitig präsent zu sein und auch nicht jeden Trend mitzumachen oder möglichst viel zu posten. Was ist denn deiner Meinung nach entscheidend, um trotzdem sichtbar zu sein?

Lisa: Erfolgreiches Low-Budget-Marketing bedeutet für mich, die richtigen Maßnahmen konsequent umzusetzen – nämlich am richtigen Ort und für die richtigen Menschen. Dafür reicht es schon, an kleinen Schrauben zu drehen und die richtigen Hebel zu bedienen.

Welche Hebel sind denn das?

Lisa: Ich rate allen: Beginnt mit Bewertungen. Bewertungen werden oft unterschätzt, dabei sind sie viel glaubwürdiger als Werbung, dauerhaft sichtbar, kostenlos, und extrem wirksam. Natürlich kostet es manchmal Überwindung, Kund:innen aktiv um eine Bewertung zu bitten. Verteilt im Gegenzug kleine Goodies, stellt in eurem Shop, in eurer Firma, in eurem Studio kleine Aufsteller mit QR-Code hin. Oder bietet euren Kund:innen an, ihnen Texthäppchen vorzubereiten. Macht es ihnen so einfach wie möglich, euch und eure Leistung zu bewerten. Nutzt die Bewertungen auch als Content: Integriert positive Kund:innen stimmen sichtbar auf eurer Website und auf Social Media. Denn Vertrauen entsteht zunehmend durch Social Proof.

Worauf können Unternehmer:innen noch achten?

Lisa: Sichtbarkeit beginnt mit Klarheit. Deshalb muss euer digitaler Auftritt Orientierung schaffen und Vertrauen aufbauen. Seht euch euer Google-Profil an: Ist es aktuell? Gibt es Fotos, stimmen die Öffnungszeiten? Baut, wenn möglich, einen 360°-Rundgang ein. Kund:innen entscheiden heute oft online, lange bevor sie ein Geschäft betreten oder Kontakt aufnehmen. Innerhalb weniger Sekunden muss erkennbar sein, was euer Unternehmen anbietet, für wen das Angebot gedacht ist und warum es relevant ist. Unklare Botschaften, veraltete Inhalte oder fehlende Informationen führen häufig dazu, dass potenzielle Kund.innen abspringen, bevor überhaupt ein persönlicher Kontakt entstanden ist.

In puncto Social Media hast du mit der Aussage aufhorchen lassen „Niemals mehr konsumieren als produzieren“. Wie dürfen wir das genau verstehen?

Lisa: Natürlich ist es verlockend, endlos durch Insta-Storys und Reels zu scrollen. Aber produktiv ist das nicht! Teilt euch eure Social-Media-Zeit sinnvoll ein. Mein Tipp: Nutzt eine Stunde pro Tag für Social Media – zum Arbeiten. Schaut euch Stories an, antwortet darauf, beginnt ein Gespräch. Sucht neue Kontakte und interagiert mit den Accounts. Natürlich solltet ihr auch regelmäßig Content posten, doch das sollte nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Natürlichkeit zählt heute viel mehr als perfekt gestylte Bilder! Zeigt, wer ihr seid und was ihr macht. Das mögen die Leute! Und zu guter Letzt: Unterstützt andere kleine Accounts, indem ihr deren Beiträge kommentiert. Erfolgreiche Social-Media-Arbeit besteht nicht primär aus Content-Produktion, es geht um Kommunikation und Beziehungsmanagement. Nicht umsonst heißt es social media – also „be social!“

Viele kleine Unternehmen überlegen lange, was sie posten sollen. Hast du ein paar Content-Tipps für uns?

Lisa: Es gibt so viele Möglichkeiten. Gebt Einblicke in eure Arbeit, zeigt, was ihr macht, wem ihr helft, warum ihr gut darin seid, wie die Zusammenarbeit mit euch aussieht. Vergesst virale Posts, dadurch wachsen kleine Unternehmen nur selten. Sie wachsen durch wiederholte Vertrauensmomente. Die meisten Menschen wollen keine Produkte, Angebote oder Services kaufen. Sie haben Wünschen, Sehnsüchte und Träume. Und genau darauf solltet ihr in der Kommunikation achten.  

KI verändert die Spielregeln der Sichtbarkeit immer mehr. Wie soll ich meine Inhalte aufbauen, damit auch die KI mich und mein Angebot findet?

Lisa: KI-Systeme liefern zunehmend direkte Antworten auf Nutzerfragen. Inhalte müssen nicht nur für Suchmaschinen, sondern auch für KI-Systeme verständlich und zitierbar sein. Strukturierte Inhalte, FAQs, klare Leistungsbeschreibungen, vertrauenswürdige Quellen und eine konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg werden immer wichtiger. Dadurch erleben auch Blogartikel und klassische Pressearbeit eine Art Comeback. Denn Inhalte mit fachlicher Tiefe tragen stark zur digitalen Sichtbarkeit bei, weil KI-Systeme auf hochwertige Quellen angewiesen sind.

Tipp: In unserem Blogbeitrag zum Thema SEO verraten zwei Expert_innen ihre Tipps & Tricks zur besseren Suchmaschinen-Auffindbarkeit!

Der vierte Hebel aus deiner Präsentation beschäftigt sich mit Kooperationen und Guerilla-Marketing. Wieso ist das wichtig?

Lisa: Gerade für kleine Unternehmen sind nicht unbedingt die größten Influencer relevant, sondern jene Personen und Betriebe, die glaubwürdig zur eigenen Zielgruppe passen. Lokale Kooperationen, gemeinsame Veranstaltungen, Netzwerkaktivitäten oder kreative Pop-up-Aktionen können oft mehr Aufmerksamkeit erzeugen als klassische Werbeschaltungen. Legt Flyer auf, besucht Netzwerkveranstaltungen und arbeitet mit Partnerbetrieben zusammen! In puncto Guerilla-Marketing gilt: Wenn das Budget klein ist, muss die Idee stark sein. Erfolgreiches Guerilla-Marketing muss überraschen, einprägsam sein, zur Marke passen und so gut sein, dass Menschen darüber sprechen.

Herzlichen Dank für das Interview, liebe Lisa!

Über Lisa Sophie Thoma:

Lisa Sophie Thoma, Msc. ist Universitäts-Lektorin, Buchautorin, Entrepreneur & Influencerin. Sie zählt zu den bekanntesten Social-Media-Expertinnen Österreichs. Als Content Creatorin, Speakerin und Marketingberaterin beschäftigt sie sich mit den Themen Reichweite, Community-Aufbau und digitale Sichtbarkeit. Mit ihrem praxisorientierten Ansatz zeigt sie Unternehmen, wie sie Social Media, Künstliche Intelligenz und moderne Marketingstrategien erfolgreich für ihr Wachstum nutzen können.

Foto: © Elias Hartmann